Was früher so in Overath geschah

 

Hinweise zu den eingestellten Fotos:

 

Overath im Zeitalter des Pferdes.

Die erste postmäßige Einrichtung mit einem pferdebespannten Postwagen geht bis in das Jahr 1707 zurück. Diese Postwagen, wie das nachfolgende Bild, waren mit vier Pferden bespannt und konnten acht Personen mit Gepäck befördern. Sie fuhren im Auftrag der Thurn- und Taxis`schen Postverwaltung des Deutschen Reiches und verkehrten zwischen Köln und Siegen über Heiligenhaus, Overath, Marialinden, Federath. In Overath befand sich eine Pferdehalte- und Pferdewechselstation.

 

Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie (Aggertalbahn) am 15. Oktober 1884, wurde der Postwagenverkehr eingestellt. Das hier gezeigte Bild zeigt die Abfahrt des letzten Postwagens der Pferdepost vor dem Gasthaus "Bergischer Hof" in Overath. Der Posthalter war Wilhelm Finck aus Birk, der die Gastwirtschaft Bergischer Hof von seinem Vorgänger käuflich erworben hatte und im gleichen Gebäude das Postamt von Overath leitete. Rechts neben dem Haus befanden sich früher die Remisen und Stallungen der Pferdewechselstation.

Neben dieser stillgelegten Strecke der Pferdepost von Köln nach Siegen, gab es noch eine weitere Verbindung mit einem Personenwagen, der mit zwei Pferden bespannt war und bis 1891 einen Pendelverkehr zwischen Overath und Bensberg aufrecht hielt.

1884, letzter Postkutschenhalt in Overath.

 

 

 

 

Das Schmiedehandwerk in Overath

 

Seit wann es das Schmiedehandwerk gibt ist schwer zu belegen. In einer Auflistung über frühere Berufe und Gewerbebetriebe im Kirchspiel Overath, werden 1691 werden insgesamt 10 Schmieden aufgeführt. Auch in der Overather Heimatliteratur gibt es über das Overather Schmiedehandwerk wenig wertvolle Hinweise.

Mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit hat der Ausbau des Wege. und Strassennetzes wie auch die zielgerichtete Einrichtung des Postwesens mit Postwagen zur Personenbeförderung dem Schmiedehandwerk großen Auftrien gegeben.

Entlang dieser Postwege entstanden zwangsläufig Pferdehalte- und Pferdewechselstationen. Erster "Postexspediteur" war der Gastwirt im alten Steinhof, wo anfangs auch die Haltestelle des Postwagens war.

Später wechselte die Haltestelle zum neugeschaffenen Postamt zum Gasthof "Bergischer Hof" Diesem Ostamt gegenüber befand sich viele Jahre die Overather Dorfschmiede Johann Nümm. (siehe nachfolgend 2 Fotos)

Dorfschmiede Johann Nümm.

 

 

 

 

 - Englische Besatzung in Overath.

Wir schreiben das Jahr 1919. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges und den Bestimmungen des Versailler Vertrages waren rund um Köln, so auch in der Gemeinde Overath, bis zu 55 000 englische Soldaten stationiert. So war es den Bewohnern der Gemeinde Overath nach Besatzungsstatut nach 19.00 Uhr nicht mehr gestattet, sich auf den Strassen der Gemeinde aufzuhalten.
Textfortsetzung: Versammlungen mussten vorher angemeldet werden, und auch die Entfaltung des öffentlichen Lebens wurde in vielfacher Weise kontrolliert. Auf einem weitläufigen Gelände an der Siegburger Strasse hatte die London-Division ihre Zeltstadt aufgebaut. Gelegentlich wurde eine Horse- Show, auf gut deutsch Pferde- Schau durchgeführt.
Zu den Fotos: Englische Besatzungstruppen 1919 in Overath.
Hammermühle (bis 1667, auch Achermühle genannt. Mittels eines Eisenhammers wurde hier zwischen Overath und Vilkerath Roheisen behandelt. Das Wasser zum Betrieb der Mühle lieferte die Agger und wurde mittels eines Mühlengrabens dort hingeleitet. Später wurde die Mühle auch als Mahlmühle (Frucht- und Oelmühle) und eine Zeitlang auch als Sägemühle genutzt. Heute befindet sich dort ein Gewerbegebiet.
Diepenbroich. Dort stand früher einmal der Hof Diepenbroich. Jener Hof mit 40 Morgen Wald gehörte einst dem Rittergeschlecht derer von Bernsau und wurde vom Burghof aus als Liegenschaft verwaltet. Der früherer Diepenhof zwischen Overath und Vilkerath gelegen hat als Ortsbezeichnung folgenden Ursprung: Diep= tief, Broich = Bruch, plattdeutsch = Brooch = sumpfige Aue. Heute befindet sich hier das Gewerbegebiet Diepenbroich.
Abordnungen des Handwerks auf dem Weg zur Maikundgebung (1938) hier in Overath.
Nachwehen des 2. Weltkrieges. Hier an und im Wasser der Agger findet ein Jugendlicher Reste von weggeworfenen Kriegswaffen.
Vieh - und Krammarkt ca 1951 in Overath. Es ist die Zeit des Neubeginns nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Allerorts versuchen die Menschen eine neue Normalität zu schaffen. Monatlich finden hier in Overath sogenannte Vieh- und Krammärkte statt. Es waren zumeist >fliegende Händler < die ihre Ware darboten. Hier ein Marktbericht vom Januar 1951: 205 Stück Vieh, darunter etwa 30 Stück Großvieh ( Rinder, Kühe, Pferde und Kälber) waren aufgetrieben. 175 Schweine und Ferkel fast restlos verkauft. Im Dezember 1950 waren 160 Ständen für den Krammarkt aufgestellt.
"Land unter"in Overath. Gullydeckel wurden durch die Luft geschleudert. Drei Rinder vom Blitz getroffen und Bäume reihenweise entwurzelt. Es war am Sonntag dem 3. August 1980. ein fünfzehnminütiger Wolkenbruch oder auch "Jahrhundertregen" genannt, hatte Overath an jenem Sonntagnachmittag heimgesucht. Kathastrophenarlarm wurde ausgerufen. Vom Overather Rathaus bis zum Bahnhof war die Ortsdurchfahrt auf einer Länge von ca. 300 Meter zum Teil 50 cm hoch von Wassermassen überflutet.
Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt, vom Wasser eingeschlossene Pkws geborgen und entwurzelte Bäume gefällt werden. Insgesamt 32 Einsätze mußten binnen weniger Stunden erledigt werden. Auch der Bauhof der Gemeinde war im Einsatz und damit beschäftigt, den Lehm abzufahren. Unterstützt wurden sie von zwei Sonderfahrzeugen des Aggerverbandes und einem Saugwagen um zum Teil verstopfte Kanäle und Gullys zu reinigen.
"Land unter" am 3. August 1980 in Overath.
Weinhandlung: Otto Müller, Foto aus der Sammlung M. Supe.
Fortsetzung zum Thema Volkstrauertag: Bürgermeister Provo aus Perenchies sagte u.a. "Liebe deutsche Freunde, ich kann Ihnen versichern, dass wir heute stolz darauf sind, an der Aussöhnung unserer beiden Länder" und weiter "Deutschland und Frankreich sind die Lokomotiven Europas, und sind die Vorraussetzung unserm alten Europa neuen Schwung zu geben".
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.